Über das Projekt
Vielfalt-begleiten.NRW ist die landesweite Transferstelle für die Qualifizierung und den Einsatz von Integrationsbegleiterinnen in Kitas und Offenen Ganztagsschulen. Getragen wird sie von der gemeinnützigen Grone-Bildungszentren Nordrhein-Westfalen GmbH in Dortmund, gefördert durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
Warum es das Projekt gibt
Drei Ziele, ein Modell
Integrationsbegleiterinnen wirken an drei Stellen gleichzeitig. Genau diese Verbindung macht das Modell für Nordrhein-Westfalen interessant.
01
Einrichtungen entlasten
Kitas und Offene Ganztagsschulen bekommen eine zusätzliche, mehrsprachige Bezugsperson für den Alltag. Das schafft Zeit für die pädagogische Kernarbeit, insbesondere dort, wo Fachkräfte fehlen.
02
Teilhabe stärken
Familien mit Einwanderungsgeschichte verstehen Abläufe der Einrichtungen und finden den Weg zu weiteren Angeboten. Kinder haben eine erwachsene Bezugsperson, die ihre Sprache spricht.
03
Perspektiven eröffnen
Frauen mit eigener Migrationserfahrung erhalten eine pädagogische Grundqualifizierung, und einen beruflichen Einstieg in ein Arbeitsfeld mit Zukunft. Ziel ist nicht der erste Job, sondern eine dauerhafte Beschäftigung.
So steht es in der Projektskizze vom April 2026: Das Vorhaben verbindet die Entlastung von Einrichtungen, die Teilhabe von Kindern und Familien mit Einwanderungsgeschichte und die arbeitsmarktnahe Perspektive für Frauen mit eigener Migrationserfahrung.
Die Geschichte des Projekts
Aus einem Hilferuf der Kitas wurde ein Modell für ganz NRW.
Was heute als landesweite Transferstelle arbeitet, begann als Antwort auf eine ganz konkrete Situation in ostwestfälischen Kitas und wuchs über zehn Schulungsrunden zu einem erprobten, evaluierten Konzept.
Der Anstoß kommt aus der Praxis
Mit den Fluchtbewegungen kommen viele Kinder neu nach Deutschland und zum ersten Mal in eine Kita. Familien kennen das deutsche Bildungssystem noch nicht, Sprachbarrieren erschweren den Vertrauensaufbau, und die Teams in den Einrichtungen stoßen an ihre Grenzen. Aus vielen Kitas kommt dieselbe Rückmeldung: Ohne zusätzliche Unterstützung geht es nicht.
Die AWO OWL startet das Modellprojekt
Die Arbeiterwohlfahrt Ostwestfalen-Lippe verbindet ihre langjährige Erfahrung aus rund 120 eigenen Kitas und Familienzentren mit der Expertise ihrer Fachdienste für Migration und Integration. Die Leitidee: Wer Integration selbst erlebt hat, kann am besten zwischen Einrichtungen und zugewanderten Familien vermitteln. In Bielefeld beginnt die erste Schulung für Integrationsbegleiterinnen.
Vom Modell in die Fläche
Schritt für Schritt kommen neue Standorte und Bildungsträger hinzu. Ein NRW-weites Monitoring begleitet den Werdegang der Teilnehmerinnen, Arbeitskreise und Qualitätssicherung halten alle Standorte auf einem gemeinsamen Stand. Ende 2024 startet in Bielefeld bereits in die zehnte Schulungsrunde.
Zehn Runden, eine Bilanz
Die zehnte Runde schließt mit zwanzig erfolgreichen Absolventinnen ab. Das Konzept ist erprobt, dokumentiert und evaluiert. Viele Frauen gehen direkt im Anschluss an die Qualifizierung in Beschäftigung.
Ein Antrag für den Neustart
Ende April 2026 geht die Projektskizze für eine neue Transferstelle an das Land. Seit dem Auslaufen der alten Stelle zum 31. Dezember 2025 fehlte die Koordination: Kontakte drohten zu erodieren, Erfahrungswissen verloren zu gehen. Der Antrag beschreibt, was die neue Transferstelle leisten soll: bestehende Standorte reaktivieren und begleiten, die Qualifizierung für die Offene Ganztagsschule weiterentwickeln, Übergänge in dauerhafte Beschäftigung verbessern und das Projekt wieder sichtbar machen. Seit dem 1. Mai 2026 arbeitet die Transferstelle bei den Grone-Bildungszentren NRW, zunächst bis Ende 2027, mit dem Ziel, aus einem erprobten Modell eine landesweite Struktur zu machen.
Eine Transferstelle für ganz NRW
Damit das Erreichte wächst, führt heute eine eigene Transferstelle das Projekt weiter – getragen von den Grone-Bildungszentren NRW im Auftrag des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie teilt Curriculum, Materialien und Erfahrungen aus zehn Durchgängen mit neuen Standorten in allen Regierungsbezirken – und erschließt mit der Offenen Ganztagsschule bis 2027 ein neues Einsatzfeld.
