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Von der Schulung in die Kita: so läuft die Qualifizierung ab (mit Stimmen von Teilnehmerinnen)

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Am Anfang steht oft eine einfache Frage: Wie kommt eine Frau mit eigener Migrationserfahrung von der Interessentin zur qualifizierten Integrationsbegleiterin, die morgens in einer Kita oder OGS steht und Kinder wie Fachkräfte gleichermaßen unterstützt? Die Antwort ist ein Weg mit klarem Fahrplan, der in unserem Netzwerk an allen 13 Standorten sehr ähnlich aussieht.

In diesem Beitrag zeigen wir, wer teilnehmen kann, wie die Qualifizierung aufgebaut ist, welche Inhalte vermittelt werden und wie sich Teilnehmende selbst über ihre Erfahrung äußern.

Wer kann Integrationsbegleiterin werden

Die Voraussetzungen sind an den Standorten unseres Netzwerks bewusst niedrigschwellig gehalten. Nach den Angaben von Jobprofil Köln, einem der neun Träger im Netzwerk, richtet sich die Qualifizierung an Frauen, die aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind, sich auf Deutsch unterhalten können, in einer Kita oder OGS arbeiten möchten und für die Arbeit mit Kindern geeignet sind. Für die Teilnahme wird in der Regel ein Bildungsgutschein des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit benötigt.

Damit richtet sich das Angebot gezielt an Frauen, die in ihrem Herkunftsland oft bereits berufliche Erfahrung mitbringen, deren Qualifikationen in Deutschland aber nicht ohne Weiteres anerkannt werden. Die Qualifizierung eröffnet ihnen einen konkreten beruflichen Einstieg, der zugleich Kitas und OGS-Teams stärkt.

Der Ablauf: zwei Blöcke in etwa sieben Monaten

Die Qualifizierung gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Phasen, die bei mehreren Trägern im Netzwerk in vergleichbarer Form beschrieben werden:

  • Block 1 – Fachpraktische Anleitung (rund 4 Monate): An zwei Vormittagen pro Woche findet Unterricht statt, ergänzt um eine Hospitation in einer Einrichtung.
  • Block 2 – Praktikum (rund 3 Monate): Die Teilnehmerinnen sind mit etwa 14 Stunden pro Woche in einer Kita oder OGS in Wohnortnähe im Einsatz und wenden das Gelernte direkt an.

Insgesamt dauert die Qualifizierung damit etwa sieben Monate. Diese Struktur, Schulungsphase gefolgt von einem begleiteten Praktikum, findet sich nicht nur bei Jobprofil Köln, sondern in sehr ähnlicher Form auch bei der AWO OWL, die das Modellprojekt an ihren Standorten in Bielefeld und Minden mit derselben Zeitspanne von sieben Monaten beschreibt und die Teilnehmerinnen während des Praktikums in regelmäßigen Arbeitskreisen begleitet.

Was in der Schulung vermittelt wird

Inhaltlich deckt die Qualifizierung an den Standorten fünf Themenfelder ab: Kinderrechte, die Bildungsgrundsätze Nordrhein-Westfalens, den Umgang mit Kindern und Eltern, Sprachmittlung sowie die berufliche Begleitung und Orientierung der Teilnehmerinnen selbst. Damit lernen die zukünftigen Integrationsbegleiterinnen nicht nur, wie sie Kinder und Familien mit Flucht- oder Migrationserfahrung im Kita-Alltag unterstützen, sondern erhalten auch selbst Orientierung für ihren weiteren beruflichen Weg.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert dieses Modellprojekt nach Angaben des zuständigen Landesministeriums bereits seit 2016 gemeinsam mit der Auridis Stiftung. Seit 2019 wird die Qualifizierung landesweit ausgebaut und kann über Jobcenter und Arbeitsagenturen gefördert werden, was die Struktur erklärt, die Sie auch in unserem Netzwerk an allen 13 Standorten wiederfinden.

Wie sich Teilnehmende äußern

Wie sich die Zeit bei einem unserer Träger anfühlt, beschreiben Teilnehmende von Jobprofil Köln in eigenen Worten. Die folgenden Stimmen stammen aus dem Feedback-Bereich der Trägerwebseite und zeigen, was Teilnehmende an der Begleitung und der Atmosphäre während ihrer Zeit dort besonders schätzen:

„Nach ein paar Tagen habe ich gemerkt, dass ich hier viele Möglichkeiten habe. Das hat mir Auftrieb gegeben.“

Teilnehmerin, Jobprofil Köln

„Ich bin hier gut aufgehoben. Ich werde verstanden und habe hier schon viel Hilfe erhalten.“

Teilnehmer, Jobprofil Köln

„Was mir hier gefällt sind die entspannte Atmosphäre und der gute Umgang mit den Kollegen, die alle offen und hilfsbereit sind.“

Teilnehmer, Jobprofil Köln

Diese Stimmen beziehen sich allgemein auf die Erfahrung bei Jobprofil Köln und nicht ausschließlich auf die Integrationsbegleiterinnen-Qualifizierung. Sie zeigen aber etwas, das uns aus Rückmeldungen an allen Standorten immer wieder begegnet: Auftrieb, das Gefühl, gesehen zu werden, und der Freiraum, eigene Stärken einzubringen, sind genau das, was gute Begleitung ausmacht, egal ob im Praktikum, im Berufsalltag oder später in der eigenen Arbeit mit Kindern.

Was nach der Qualifizierung passiert

Mit dem Abschluss der Qualifizierung endet die Begleitung nicht abrupt. Viele Integrationsbegleiterinnen bleiben nach dem Praktikum an der Einrichtung, in der sie ausgebildet wurden, oder wechseln in eine andere Kita oder OGS in ihrer Region. Der Träger vor Ort bleibt dabei häufig Ansprechpartner, etwa wenn es um Fragen zur weiteren beruflichen Entwicklung oder um den Austausch mit anderen Integrationsbegleiterinnen geht.

Für die Einrichtungen selbst bedeutet eine qualifizierte Integrationsbegleiterin vor allem eines: eine Fachkraft, die genau weiß, wie sich der Übergang zwischen zwei Sprachen und Kulturen im Alltag anfühlt, und die dieses Wissen in ganz konkrete Unterstützung für Kinder, Familien und das Team übersetzen kann, statt es nur zu theoretisieren.


Interesse geweckt?

Ob Sie selbst eine Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin beginnen möchten oder als Kita oder OGS eine Zusammenarbeit prüfen: Der erste Schritt führt über den Träger an Ihrem Standort. Nehmen Sie über unsere Kontaktseite Kontakt auf, dann vermitteln wir Sie an die richtige Ansprechperson vor Ort.

Wer schon jetzt sehen möchte, was aus der Qualifizierung im Alltag entsteht, findet im Praxisideen-Finder 116 Ideen, die genau aus dieser Praxis heraus entwickelt wurden.

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