Zum Inhalt springen
Zum Inhalt springen

Vielfalt begleiten in Bielefeld: unser Standort bei der AWO OWL

·

In einer Kita im Bielefelder Stadtbezirk Sennestadt beginnt der Morgen mit einem bunten Sprachgewirr an der Garderobe: Eltern verabschieden sich auf Deutsch, Türkisch, Russisch oder Arabisch, und mittendrin steht eine Fachkraft, die genau in diesem Moment übersetzt, vermittelt und Sicherheit gibt. In Sennestadt hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, das prägt den Alltag in Kitas und Familienzentren spürbar und macht sichtbar, wie wichtig Übersetzungshilfe im Alltag ist.

Genau an dieser Stelle setzt die Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin an, mit der das Projekt „Vielfalt begleiten“ verbunden ist. Für den Standort Bielefeld übernimmt die AWO Ostwestfalen-Lippe (AWO OWL) die Rolle der Trägerin. Wer wissen möchte, was diesen Standort ausmacht und wie die Qualifizierung hier ihren Anfang nahm, findet im Folgenden einen Überblick.

Bielefeld: Großstadt mit vielen Sprachen

Bielefeld ist mit rund 343.500 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 31.12.2025) die mit Abstand größte Stadt Ostwestfalen-Lippes. Laut der Statistischen Kurzinformation der Stadt Bielefeld haben 150.460 Menschen und damit 43,8 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Zwischen den Stadtbezirken gibt es dabei deutliche Unterschiede: In Sennestadt liegt der Anteil bei 57,2 Prozent, in Heepen bei 51,6 Prozent und in Stieghorst bei 50,6 Prozent, während er in Dornberg mit 25,6 Prozent deutlich niedriger ausfällt.

Für Kitas und den Offenen Ganztag bedeutet das: Teams begegnen an einem einzigen Vormittag sehr unterschiedlichen Familienrealitäten, von der Verabschiedung an der Tür bis zum Elterngespräch über Eingewöhnung oder Ernährung. Genau für diesen Alltag qualifiziert das Projekt Integrationsbegleiterinnen, die als zusätzliche Fachkräfte Kinder und Familien mit Flucht- oder Migrationserfahrung begleiten.

Die AWO Ostwestfalen-Lippe: die Trägerin vor Ort

Die AWO Ostwestfalen-Lippe beschreibt sich selbst als einen der großen Sozialverbände Deutschlands und formuliert ihr Selbstverständnis so: „Die AWO macht sich stark für eine soziale und gerechte Gesellschaft, für Demokratie und Menschenwürde, für Offenheit und Toleranz, für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.“ Das rote Herz im Logo steht dafür, dass der Mensch im Mittelpunkt der Arbeit steht.

Die AWO OWL ist Teil der Arbeiterwohlfahrt, die seit 1919 besteht, und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 6.500 Mitarbeitende in rund 300 Einrichtungen und Diensten, unterstützt von über 2.150 Ehrenamtlichen in 90 Ortsvereinen. Aktiv ist sie in den Kreisen und Städten Bielefeld, Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn. Im Bereich Kinder, Jugend und Familie betreibt sie Kindertageseinrichtungen und Familienzentren mit insgesamt mehr als 440 Gruppen, dazu kommen Angebote für ältere Menschen, Beratungsstellen sowie Integrations- und Inklusionsarbeit.

Bielefeld als Ausgangspunkt der Qualifizierung

Was Bielefeld unter den 13 Standorten besonders macht: Hier begann die Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin überhaupt erst, bevor sie sich auf weitere Regionen in Nordrhein-Westfalen ausweitete. Die AWO OWL bildet bis heute in Bielefeld und in Minden Frauen mit eigener Zuwanderungsgeschichte zu Integrationsbegleiterinnen für Kitas und den Offenen Ganztag aus. Die Qualifizierung dauert sieben Monate und besteht aus Theorie und einem Praktikum, ein Abschlusstest ist nicht vorgesehen, am Ende steht ein Zertifikat.

Voraussetzungen sind unter anderem Zuwanderung nach Deutschland, gute Deutschkenntnisse in Alltagssprache, Wohnort in Ostwestfalen-Lippe und Eignung für die Arbeit mit Kindern. Finanziert wird die Qualifizierung über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Jobcenter oder Arbeitsagenturen. Nach Abschluss stehen den Teilnehmerinnen laut AWO OWL mehrere Wege offen: die Anstellung als Integrationsbegleiterin, eine Tätigkeit als Kinderpflegerin, der Einstieg in eine Ausbildung zur Erzieherin oder eine Tätigkeit als Schulbegleitung.

Im Alltag der Kitas übernehmen Integrationsbegleiterinnen genau die Aufgaben, die eingangs beschrieben wurden: Sie unterstützen bei der Betreuung, übersetzen und dolmetschen, begleiten Eltern durch das deutsche Kita-System, gestalten Angebote auch in Herkunftssprachen und entlasten damit die pädagogischen Fachkräfte, damit diese sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können.


Möchten Sie mehr über die Qualifizierung am Standort Bielefeld erfahren oder direkt Kontakt aufnehmen? Schreiben Sie uns über unser Kontaktformular. Einen Überblick über alle 13 Standorte und Trägerinnen des Projekts finden Sie auf unserer Standortkarte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert